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Neulich an der holländischen Nordseeküste: VW stellt seine "Cross"-Modelle vor. Das sind Polo, Golf und Touran mit einem dezenten Offroad-Facelifting. Mittendrin Christian Ulmen, ein Mann, der normalerweise im Fernsehen Leute veräppelt oder lustige Rollen spielt. PLAYER bat den 31-Jährigen zum Fachgespräch
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Interview/Fotografie: Bruno Pischel
PLAYER: Christian Ulmen auf einer VW-Präsentation, wo Autos vorgestellt werden, die hochstapeln - wie passt das zusammen?
Christian Ulmen: Wieso Hochstaplerautos? Sie müssen verzeihen, ich habe erst seit einem Jahr meinen Führerschein und verstehe nicht ...
Die "Cross"-Modelle sehen aus wie Offroader. In Wahrheit sind sie aber nur optisch aufgemotzt: mehr Bodenfreiheit, eine Dachreling, die Scheinwerfergehäuse sind geschwärzt, rundum breite Kunststoffplanken montiert. Und der Touran, in dem wir gerade sitzen, hat breitere Pellen aufgezogen. In echtem Gelände halten Cross-Modelle selten, was sie optisch versprechen.
Dafür gibt es den Touareg. Mit dem Führerschein wurde mein Interesse für das Automobil entfacht. Ich habe alle Modelle der Welt im Kopf. So hole ich meine 20 Jahre ohne Führerschein nach.
Warum sind wir in Holland an der Nordsee und nicht in Wolfsburg? Dort ist doch in etwa das gleiche Wetter wie hier?
Hier kann man mordsmäßig über den Strand fahren. Das macht einiges her.
Eben nicht. Vielleicht da, wo der Sand hart ist. Aber im weichen Sand würden die "Cross"-Modelle doch stecken bleiben.
Nein, das sind schon richtige Cross-Autos. Wenn VW das sagt, glaube ich daran.
Wie wirken die Autos auf Sie?
Die kauft man als klassische Stadtautos, als Zweitauto. So ein "Cross"-Modell stellt man seiner Frau in den … wie heißt dieser moderne Unterstellschutz?
Carport.
Genau. Man stellt seiner Frau also am besten gleich zwei "Cross"-Modelle in den Carport: einen Touran und einen Golf als zweites Zweit-auto. Der Polo "Cross" macht dann nur noch Sinn, wenn man schon einen Golf "Cross" hat. Können Sie mir folgen?
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| » WIR SIND ALLE NICHT MEHR DIE JÜNGSTEN, DIESES AUTO GIBT MIR DAS GEFÜHL VON JUGEND « |
Selbstverständlich, ich würde es nicht anders machen. Welche Menschen fahren so ein "Cross"-Auto? Wie sehen die aus, wie riechen die?
Das weiß ich doch nicht. Obwohl - ich könnte mir vorstellen, dass die nach Sport duften: nach Leder, nach Turnschuhleder, nein, Turnbeutel. Oder sie riechen nach Schweiß, einem mit "duschdas" durchtränkten Schweiß.
Warum soll ich ein "Cross"-Modell kaufen?
Weil man damit, sehr gern auch bei Ebbe, den Strand runterfahren kann bis nach, nach ...
Barcelona?
Richtig. Bei Flut kommt das Wasser allerdings schneller, als ein "Cross"-Modell gucken kann. Dann fährt man eben durch die Dünen.
Wie fährt sich so ein Modell? Spürt man die Dachreling, den höheren Bodenabstand und die schwarz gefärbten Scheinwerfer?
Vor allem spürt man die Scheinwerfer. Die vibrieren anders. Auch die Dachreling macht sich bei einem Spurwechsel bei 180 bemerkbar. Wenn man das Lenkrad loslässt, schnellt es zurück in die Mitte. Wie bei einer PlayStation.
Kann der "Cross" auch ein angeknackstes Selbstbewusstsein heilen?
Ja, gewiss. Ich fühle mich sportlicher, jugendlicher, sexier. Wir sind alle nicht mehr die Jüngsten, dieses Auto gibt mir das Gefühl von Jugend. Es hat das jugendliche Antlitz und das jugendliche Bestreben, überall durchzukommen. Damit kann man über einen Strand fahren. Oder mit dem Kopf durch ein Rapsfeld.
Wenn Sie ein Polo "Cross" wären, wen wünschten Sie sich als Besitzer?
Ich könnte mir vorstellen, dass Nora Tschirner mich fährt. Sie ist das menschliche Pendant zum Polo: frech, quirlig, immer geradeaus.
Dann ist Johannes Heesters der Touran?
Ja! Aber nicht Cross. Ein normaler Touran.
Wo ist ein Touran "Cross" zu Hause?
Ganz klar: im schmucken Carport in einem Hinterhof in Berlin, Bezirk Prenzlauer Berg.
Wäre der Golf "Cross" ein Mensch, wem würden Sie diese Rolle am ehesten zumuten?
Silas, ein junger, forscher, innovativer Abenteurer. In einem Weihnachtssechsteiler mit Patrick Bach. Im Grunde genommen ist der Golf "Cross" ein Weihnachtssechsteiler.
Was haben Sie eigentlich mit VW zu tun?
Ich bin einfach ein Freund der Familie.
Der Familie Piëch?
Der Ferdinand ist auch einer unserer Brüder.
Ihr Bruder? Haben Sie sich adoptieren lassen?
Wir sind mehr oder weniger alle adoptiert. Eine Marke an sich ist ja nicht fruchtbar. Im Prinzip gibt und nimmt man in unserer Familie. Und da VW eine symphatische Marke ist, gebe und nehme ich gern.
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