Interview: Patrick Kiefer
Für DJs war Sophie Ellis-Bextor eine Art Lebensversicherung. Laue Partys wurden zum heißen Tanz, wenn ihre Hits rotierten. Jetzt sorgt die Londonerin mit einem explosiven Album für neuen Zündstoff
it "Groovejet" und "Murder on the Dancefloor" stürmte sie 2001 die europäischen Charts - und in unsere Herzen. Dann verschwand Sophie Ellis-Bextor urplötzlich von der Tanzfläche. Die heute 28-Jährige wurde Mutter, heiratete - und vermisste irgendwann ihr Publikum. Mit PLAYER begab sie sich auf eine musikalische Zeitreise durch ihr bewegtes Leben.
PLAYER: Mrs Bextor, auf Ihrer Playlist findet sich kein deutscher Titel. Schade.
Sophie Ellis-Bextor: Was sollte denn aus Deutschland unbedingt dabei sein?
Tokio Hotel vielleicht?
Tokio Hotel? Nie gehört. Was ist das? Ich kenne Rammstein. Die haben mal bei den MTV Awards gespielt.
Sonst fällt Ihnen nichts von hier ein?
Doch: "99 Red Balloons". Von Nena, oder? Als das aktuell war, war ich noch sehr jung. Ich fand es gut, weil es um Luftballons ging.
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| » BEIM BRITPOP SPÜRTE ICH ZUM ERSTEN MAL: DAS IST DER SOUND MEINER GENERATION. ICH WAR 14 ODER 15 UND LEBTE IN LONDON, IN DER STADT, WO DIESE MUSIK ZU HAUSE WAR. ICH FÜHLTE MICH ALS TEIL EINER BEWEGUNG « |
Wenn ich auf Ihre Auswahl schaue, dürfte das vom Alter her mit "Mary Poppins" zusammenfallen.
Absolut. Ich habe den Disney-Film wieder und wieder gesehen. Ich liebe ihn. Er gehört zu meiner Kindheit und zu meiner Hochzeit.
Wieso zu Ihrer Hochzeit?
Als ich vor rund zwei Jahren in Italien geheiratet habe, haben wir auf der Hochzeitsfeier "Let's Go Fly A Kite" gesungen. Ein unvergesslicher Tag in der Sonne Umbriens.
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PLAYLIST
SOPHIES TOP 20
- Storm In A Teacup - The Fortunes
- Girls and Boys - Blur
- Happy Together - The Turtles
- Fill My Little World - The Feeling
- Open Your Heart - Madonna
- Lies - Arcade Fire
- Do You Want To - Franz Ferdinand
- I Want You - Elvis Costello
- God Only Knows - The Beach Boys
- Let's Go Fly A Kite - Mary Poppins
- Paper Bag - Fiona Apple
- Don't Stop Til You Get Enough - Michael Jackson
- Together In Electric Dreams - Human League
- Maneater - Nelly Furtado
- Rhinestone Cowboy - Glen Campbell
- Lady - Mojo
- Hey Mickey - Toni Basil
- Absolute Beginners - David Bowie
- Atomic - Blondie
- Common People - Pulp
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Gibt es noch einen anderen Titel, der für Sie eine besondere Bedeutung hat?
"Girls And Boys" von Blur. Als Teenager war Britpop meine Welt. Davor habe ich nur das gehört, was meine Eltern mochten: Pink Floyd, die Bee Gees und so. Beim Britpop spürte ich zum ersten Mal: Das ist der Sound meiner Generation. Ich war 14 oder 15 und lebte in London, in der Stadt, wo diese Musik zu Hause war. Ich fühlte mich als Teil einer Bewegung. Das wurde mir mit dem Blur-Album "Parklife" so richtig bewusst.
Und was haben Sie während Ihrer Schwangerschaft gehört?
Als ich Sonny bekam, habe ich immer Michael Jackson gehört. Ich glaube, er ist zum Album "Off The Wall" geboren.
Ihr Sohn wurde gerade drei. Ist er musikalisch?
Er liebt Musik. Besonders stark reagiert er auf die Kaiser Chiefs und auf Franz Ferdinand. Er fängt an zu tanzen, singt irgendwas vor sich hin - mit meiner Musik kann er nicht so viel anfangen. Dabei habe ich ihn immer so behutsam in den Schlaf gesungen.
Sie haben mal gesagt, dass Liebe und unerfüllte Liebe der Musik unendlich viel Stoff bieten. Würde sich Ihr Liebesleben auch als Thema eignen?
Allerdings. Mein Mann Richard und ich hatten hektische Zeiten zu überstehen…
Würden Sie das bitte etwas genauer erläutern?
Als ich Richard näher kam, hatte ich mich gerade erst getrennt. Leider war mein Ex mein Manager. Deshalb wollte ich die Beziehung zunächst geheim halten. Doch dann wurde ich schwanger, und damit war der Plan hinfällig. Wir sind dann in den Urlaub verschwunden, und so glätteten sich die Wellen. Die Woche war definitiv der Wendepunkt. Wir haben über die Zukunft nachgedacht und über das Kind in meinem Bauch.